Am 3.2.2012, 19.30 Uhr fand in der Begegnungsstätte der Poesieabend des Kulturvereins Lay statt. Jene, die sich an diesem kalten Winterabend auf den Weg machten, brachten lustige, heitere und aufmunternde Gedichte mit. Der Humor führte das Regiment, und es wurde ausgiebig gelacht. Bekannte Autoren z.B. Eugen Roth, aber auch unbekannte, wenig bekannte und Mundartdichter hätten ihre Freude gehabt, denn es wurden 67 meist kurze Gedichte vorgetragen; ein Poesiefreund brachte seine Heinz-Erhardt-Gedichte sogar auswendig zu Gehör. Zwei der vier- und fünfzeiligen Gedichtformen seien noch einmal in Erinnerung gerufen.
Die Klapphornverse
Es handelt sich um harmlos-unsinnige, lustige oder skurrile Vierzeiler (G.Grümmer, Spielformen der Poesie, S.200), z.B.
Zwei Knaben machten sich den Jokus
und tranken Most im Keller,
Da mussten beide auf den Lokus.
Jedoch der Most war schneller.
Unbekannt
Limericks
Es handelt sich um kurze volkstümliche Gedichte. Ihr Inhalt ist meist komisch-grotesk und schlägt oft ins Unsinnige um (G.Grümmer, Spielformen der Poesie, S.203), z.B.
Der Spießer liest in der Presse
Die wüstesten Sexexzesse.
Er schämt sich, er ergrimmt sich,
wie man heute benimmt sich –
nur wüsste er gern die Adresse.
Eugen Roth
Wer Gereimtes schätzt oder gar selbst reimt, weiß sich kurz zu fassen, das ist für den Zuhörer ein Gewinn. Heinz Erhardt wusste sich kurz zu fassen und mit wenigen Worten viel zu sagen:
Vom Alten Fritz
Vom Alten Fritz, dem Preußenkönig,
weiß man zwar viel, doch viel zu wenig.
So ist zum Beispiel nicht bekannt,
dass er die Bratkartoffeln erfand!
Drum heißen sie auch – das ist kein Witz –
Pommes Fritz.





